Sommertörn 20.08.2013 bis 06.09.2013

Den Törn 2013 fahren wir wieder mit drei Booten. Die Santa Maria mit Dolores und Karl-Heinz, die Wave-Runner mit Petra und Peter und unser Boot die Maxi fahren gemeinsam den Törn nach Noordholland. Auch einen Abstecher aufs Wattenmeer nach Texel haben wir gemacht. Das Wetter war dieses Jahr für Holland wirklich gut. Es hat während des Törns praktisch nicht geregnet. Lediglich der Wind war manchmal etwas lästig.

19.08.2013 Der Urlaubsbeginn hat sich etwas verzögert, da wir erst am Sonntag zum Boot anreisen konnten. Am Montag hat es dann noch geregnet, sodass wir den Start um einen Tag verschoben haben. So konnte ich noch mal in Ruhe „148 Mails checken“. Dann schalte ich den Abwesentheitsagenten ein und lasse die Arbeit hinter mir. Der Urlaub kann beginnen.
Am nächsten Morgen um 10:30 ging es dann endlich los. Bei schon aufgelockertem Wetter erreichen wir schnell die Nijkerkersluis. Unser Ziel für heute ist Almere-Haven wo wir nach 50 km Fahrstrecke gegen 15:00 einlaufen.

19.08.2013 Obwohl wir schon fast außerhalb der Ferien unterwegs sind, sind die Liegeplätze um diese Uhrzeit schon knapp. Nur zwei Boote können direkt zusammen liegen. Wir sind gerade noch rechtzeitig gekommen. Etwas später hätten wir keinen Liegeplatz mehr bekommen. Auf der Santa Maria trinken wir das erste Anlegerbier des Urlaubs. Für den Urlaub haben wir uns extra einheitliche Hüte gekauft. Damit sind wir überall als Minigruppe erkennbar. Zum Abendessen gehen wir wieder auf das Pannekoekschip. Das Wetter ist mittlerweile richtig schön geworden. So können wir den ersten Abend auf der Maxi bei geöffnetem Verdeck ausklingen lassen.

21.08.2013 Am nächsten Morgen geht es weiter nach Amsterdam. Wir fahren über Steuerbord aus dem Hafen aus und folgen der Fahrrinne in Richtung Marina Muiderzand. Dann geht es weiter durchs Markermeer bis kurz vor die Insel Pampus. Unterhalb der Insel verlassen wir die Fahrrinne (die in den Wasserkarten eingezeichnete Wassertiefe reicht für unsere Sportboote aus) und nehmen direkten Kurs auf Amsterdam. Gegen 12:30 erreichen wir das große Einfahrtgebiet „Buiten IJ“ nach Amsterdam rein. Dann erreichen wir die Oranjesluisen. Die haben mehrere Schleusenkammern, eben für Dickschiffe und auch eine kleine für Sportboote. Nach der Schleuse passieren wir den Sixhaven. Der liegt gegenüber dem Bahnhof. Hier haben wir Rush Hour auf dem Wasser. Die Fähren verbinden verschiedene Stellen auf beiden Seiten des Noordzeekanaals. Jeder Fußgänger oder Zweiradfahrer kann sie kostenlos benutzen. Das ist auch nötig, da es im Zentrum von Amsterdam keine Brücken über den Noordzeekanaal gibt. Bereits um 14:00 erreichen wir die Marina Amsterdam, die noch relativ neu ist. Es wird dort auch noch fleißig gearbeitet. Das Restaurant dort ist gut und am Abend ein beliebter Treff. Zum Glück haben wir etwas vom Gebäude weg angelegt, sodass der Lärm nicht so störend ist.

Die Marina liegt etwas außerhalb angrenzend an ein Industriegebiet. Die andere Marina steht direkt vor unserem Boot. So richtig voll ist es hier auch noch nicht. Die Stege waren teilweise zusammengeschoben. Anscheinend wurde sie hier gerade für eine Ausstellung vorbereitet. Romantisch ist es hier nicht, dafür aber doch sehr interessant zum Gucken. Direkt am Noordzeekanaal gelegen kann man hier schön viele Schiffe vorbeifahren sehen. Wir gönnen uns noch schnell einen Imbiss im Restaurant, bevor wir mit einer Fähre nach Amsterdam reinfahren. Die Fähre ist kostenlos und fährt direkt neben der Marina ab.

Am Abend gibt es noch einen fantastischen Sonnenuntergang. Das Wetter ist wirklich schön geworden. Am nächsten Morgen kommt ein großer Kreuzfahrer direkt an uns vorbei. Das ist schon ein beeindruckender Anblick. Am gestrigen Nachmittag kam auch schon ein kleinerer Kreuzer vorbei. Ich kann den Hafen bei einem Besuch von Amsterdam empfehlen. Nachteilig ist hier der nicht gerade günstige Übernachtungspreis 2 € pro Meter. Dafür ist alles inklusive. Da ist der Sixhaven schon preiswerter. Sparfüchse fahren daher in den Sixhaven. Allerdings kann man aus der Marina Amsterdam jederzeit wieder raus fahren. Im Sixhaven muss man oft warten, weil die Ausfahrt blockiert ist. Ein weiterer Nachteil der Marina Amsterdam sind die Wellen die durch die Schwimmstege auch in den Hafen rein kommen. Dadurch wird man permanent durchgeschaukelt. Zum Glück ist in der Nacht wenig Schiffsverkehr. Trotzdem werden wir beim nächsten Amsterdam-Besuch wieder hier anlegen.

22.08.2013 Am Morgen geht es dann weiter über den Noordzeekanaal. Nach einer Stunde biegen wir dann in die Nauernasche Vaart Richtung Zahnstadt ein. Dann kommt der erste Defekt. Peters Schraube macht Geräusche. So muss er ab ins Wasser. Warm ist es nicht gerade. Aber er ist hart und taucht unter das Boot. Das Ergebnis ist, dass er einen Kran braucht. Vorsichtig kann er noch mit einer Maschine weiterfahren. Dank den ANWB Wasserkarten auf dem iPad finden wir schnell einen passenden Hafen mit Kran. Unser Ziel ist nun der Jachthafen West Knollendam . Der hat einen schönen großen Kran. Kaum angekommen hängt das Boot auch schon in der Luft. Es ist auch ein sehr schöner Hafen. So beschließen wir hier zu Übernachten.

Die Welle ist aus ihrer Verankerung am Getriebe gerutscht und blockiert die Ruderblätter. Keine große Sache. Der Monteur ist bestellt und repariert das sehr zügig. Wir können schön auf einer Terrasse direkt am Hafen sitzen und grillen. Besser kann man kaum liegen. Ohne die Reparatur wären wir wahrscheinlich nicht hier gelandet. Das ist Glück im Unglück. Die Leute im Hafen sind sehr nett und hilfsbereit. Die Anlage ist sehr gepflegt Eine klare Empfehlung für einen Zwischenstopp. Hier werden wir sicherlich auch noch mal halten, wenn wir mal wieder in der Gegend sind.

23.08.2013 Der Morgen begrüßt uns mit den im Spätsommer typischen Spinnenweben im Morgentau. Man sieht, dass der Sommer langsam zu Ende geht. Wir fahren weiter Richtung Norden. Auf dem Alkmaarder Meer ist alles voller Blaualgen. Das sieht nicht gut aus. Hier möchte ich nicht schwimmen gehen.

Wir legen hier noch einen Zwischenstopp zum Tanken ein. Eigentlich brauchen wir keinen Diesel. Aber da alle tanken, tanken wir auch. Vermutlich reicht der Sprit jetzt auch noch fürs nächste Jahr. Weiter geht es über den Noordhollandsch Kanaal durch Alkmaar. Die Blaualgen verfolgen uns bis kurz vor der Stadt. Wir halten diesmal nicht in der Stadt, sondern fahren weiter. In der Stadt herrscht großer Trubel mit einer Kirmes.

Wir fahren weiter bis zum Wasserrastplatz an der Burgervlotbrug bei Kilometer 56. Es ist schön hier, nur etwas windig ist es geworden. Dort wird dann zum ersten Mal gebadet. Nur ich habe das ausgelassen. Mir ist es einfach zu kalt. Mit dem Fahrrad fahren Karl-Heinz und ich mal zum Meer. Das ist von hier aus nicht mehr weit weg. Am Meer zu sein ist ein gutes Gefühl. Beim Angeln und Sonne lassen wir den Nachmittag ausklingen. Gekocht und gegessen wird diesmal auf dem Boot.

24.08.2013 Heute wollen wir bis Den Helder in den Passantenhafen. Nach knapp 3 Stunden sind wir da. Doch in den Passantenhafen kommen wir gar nicht. Ganz am Anfang noch vor der Brücke werden wir von einem privaten Jachthafen abgefangen. So landen wir beim Wassersportclub Breedwijd direkt am Ende des Noordhollandsch Kanaal beim Kilometer 79. Hier liegen wir gut und auch die Liegegebühren sind mit 75 Cent pro Meter Bootslänge unschlagbar günstig. Auch dieser Verein ist wieder sehr nett zu uns Gastliegern. Mit dem Fahrrad kommen wir von hieraus auch schnell in die Stadt. Bei der täglichen Kontrolle nach der Fahrt gibt es bei uns auch ein Problem. Aus einem Lager wird Fett gedrückt. Mein erster Gedanke war, dass hier unser Törn vorläufig unterbrochen ist, doch nach einem kurzen Telefonat mit meinem Monteur kann ich das Problem lösen. Im Restaurant Maritieme Herbergh Neptunus gehen wir am Abend noch lecker Fisch und Muscheln essen.

Wir verlängern den Aufenthalt hier noch um einen Tag, um in Ruhe zu klären wie und um welche Zeit wir nach Texel fahren müssen. Da bleibt genug Zeit um uns den Passantenhafen anzugucken. Zum Glück sind wir dort nicht gelandet. Es ist hier extrem windig. Der Vorteil ist allerding, dass er direkt vor der Seeschleuse liegt. Auch die Wellen am Meer schauen wir uns an. Ich bin sehr gespannt, da wir bisher noch nie auf dem Meer waren. So nah wie der Fährhafen ist unser Ziel auf Texel nicht.

26.08.2013 Nun ist es soweit. Am Vormittag verlassen wir Den Helder durch die Zeedoksluis. Wir halten uns an die Gezeitentabelle, die genau beschreibt in welcher Zeitspanne man von Den Helder losfahren muss, wenn man nach Oudeschild auf Texel will. Bei der Ausfahrt aus der Schleuse stehen uns mehrere Schiffe im Weg, die mir mit ihrem Schraubenwasser etwas den Adrenalinspiegel hochtreiben. Ich muss einen Moment überlegen auf welcher Seite ich vorbeifahre. Dann gebe ich richtig Gas und wir kommen gut weg. Vor uns liegen 10 Kilometer Fahrt.

Die Wellen sind höher als erwartet. Darauf sind wir nicht so richtig vorbereitet. Die Welle kommt zum Glück von vorne. Der Bug steigt auf und taucht tief wieder ein. Ich habe Angst, dass die Fahrräder vorne über Bord gehen. Einige Schubladen und Türen gehen auf und Gläser und Flaschen fliegen raus. Bei uns ist am Ende nur ein Glas kaputt. Bei Peter hat eine Flasche Rotwein den Teppich verschmutzt. Endlich ist Oudeschild in Sicht. Etwas unscheinbar liegt die Hafeneinfahrt vor uns.

Nach der rauen Überfahrt liegen wir im neuen Jachthafen. Hier herrscht ein ständigen Kommen und Gehen. Es sind aber genügend Liegeplätze vorhanden. Alles ist auf Schwimmstegen, da wir ja hier über einen Meter Tidenhub haben. Wir suchen uns einen schönen Liegeplatz und genießen das Anlegebier in der Sonne. Auch hier im Hafen bläst der Wind recht stark. Zwischen 4 und 5 Beaufort haben wir die ganze Zeit. Nur abends flaut der Wind leicht ab. Neben dem Hafen gibt es sogar einen kleinen Strand den wir gleich erkunden. Zum Baden ist mir das Wasser aber zu kalt. Petra und Peter sind dann aber noch schwimmen gegangen.

Wir beschließen drei Tage auf Texel zu bleiben. Für 3 Tage über 100€ Hafengeld ist hier schon ordentlich. Am nächsten Tag haben wir auch mal Zeit auf die Westseite von Texel zum Strand zu fahren. Die ganze Seite der Insel besteht hier praktisch aus einem wunderschönen Strand. Leider weht heute ein unangenehm kalter Wind. Das hält alle aber nicht davon ab ins Wasser zu gehen. Ich halte mich hier dezent zurück. Einer muss ja die Fotos machen und auf die Sachen aufpassen.

29.08.2013 Nach wunderschönen Tagen auf der Insel geht es heute wieder zurück ans Festland. Der Wetterbericht hat es exakt vorausgesagt. Am frühen Morgen hat der Wind nachgelassen. Wir haben jetzt nur noch 2-3 Windstärken. Wir wollen durch das Wattenmeer nach Den Oever. Auch heute halten wir uns an den ausgehängten Zeitplan für die Überfahrt. Das bedeutet Abfahrt gegen 9:00 Uhr. Ungewohnt windstill ist der Hafen in den frühen Morgenstunden und bei Niedrigwasser. Nach dem Frühstück geht es dann los. Bis zur Hafenausfahrt ist es ein Stück. Wir müssen erst noch durch den alten Yachthafen. Dann durch den kommerziellen Teil des Hafens, bis wir schließlich zur Hafenausfahrt kommen.

Dann verlassen wir den Hafen von Texel und fahren erst mal Richtung Den Helder. Am Gat van de Stier drehen wir dann ab in Richtung Den Oever. Ab jetzt wird die Fahrrinne immer enger. Wir kommen jetzt richtig ins Wattenmeer. Dank moderner Technik ist das aber heute total einfach. Für das iPad gibt es alle Karten. Die Papierkarten braucht man nur noch zur Sicherheit und Gegenkontrolle. Die Strömung schiebt uns hier gewaltig. Statt 10 km/h fahren wir mit 15 km/h. So schnell waren wir noch nie.

Das Meer hier im Watt vor Den Over ist schön ruhig. Es wird langsam voller auf dem Wasser. Im Hintergrund sieht man die Unterwasserschleusen wo das Wasser aus dem Ijsselmeer abgelassen wird. Vor der Stevinsluis müssen wir über eine halbe Stunde warten, denn wir müssen vorher eine Autobahnbrücke passieren. Mittlerweile sind jede Menge Schiffe angekommen. U. a. auch verschiedene Jugendgruppen aus Deutschland, die auf Zweimasttjalken Urlaub machen. Wir unterhalten uns ein wenig. So vergeht die Zeit schnell. Endlich können wir dann doch in die Schleuse einfahren.Die Wave-Runner macht es sich einfach und „hängt“ sich an eine Zweimasttjalk. Unser Ausflug auf das Meer ist beendet und wir sind wieder im Süßwasser.

Unser Ziel für heute ist die Marina Den Oever. Diese liegt direkt hinter der Schleuse. Beim Anlegen am Meldesteiger lockert sich Peters Schraube erneut. Während wir an unseren Liegeplatz fahren führt Peters Weg direkt in den Kran. Der Übernachtungspreis in der Marina ist relativ teurer. Der liegt deutlich über dem Schnitt. Dann muss man auch noch eine Wertkarte für den Strom kaufen! Mein Tipp: Erst Anleitung lesen und dann erst den Strom aufladen. Während Petra und Peter auf den Monteur warten fahren wir solange in die Stadt einkaufen.

Am Abend ist das Boot wieder repariert. Der Motor wurde neu ausgerichtet. Nun sollte die Welle dort bleiben wo sie hin gehört. So können wir den Abend gemütlich ausklingen lassen. Wir gehen ins Restaurant De Dikke Bries. Ein uriger Laden mit einer Zeitung als Speisekarte. Wir haben ein wenig gebraucht, bis wir das bemerkt haben. Das Restaurant ist in der Fernsehsendung MareTV vorgestellt worden. So brauchen wir auch ein Foto mit dem „Fernsehkoch“. Ich esse natürlich den Kabeljau den er im TV gebraten hat. Alles war lecker. Das Restaurant ist optisch und kulinarisch einen Besuch wert. Reservieren sollte man aber zur Sicherheit.

30.08.2013 Am nächsten Morgen geht es weiter über das Ijsselmeer nach Hindeloopen. Auch dieser Ort wurde im MareTV vorgestellt und sah sehr interessant aus. Egal in welche Richtung wir auch immer über das Ijsselmeer fahren, die Welle kommt von der Seite. Obwohl wir besser vorbereitet sind gibt es Glasbruch. Doch irgendwann haben wir es doch geschafft. Der Hafen von Hindeloopen ist fast ein reiner Segelhafen. Motorboote sind hier schon die Ausnahme. Aber die moderneren Segelboote klappern heutzutage nicht mehr im Wind. Wir beschließen erst mal für zwei Tage zu bleiben. Da wir keine drei zusammenhängenden Plätze bekommen geht Peter bei uns ins Päckchen.

Der Jachthafen liegt direkt an der Stadt. So können wir ohne Mühe die Stadt erkunden. Hindeloopen ist ein malerischer Ort. In dieser Jahreszeit ist der Tourismus auch nicht mehr so extrem. Die kleine alte Schleuse mit der bunten Wohnung des Hafenmeisters ist auch aus Funk und Fernsehen bekannt und ein Pflichtbesuch. Die Ehefrau malt und bastelt alles in schrillen Farben.

Am Abend essen wir mal gemütlich in der Sonne an Bord. An der Fahne sieht man, dass es langsam windig wird. Nach dem Essen geht es in die Stadt zu einem Surfbordrennen der Jugend und genießen den schönen Sonnenuntergang.

Hindeloopen ist wirklich schön. Das wissen auch andere Segler. Zum Glück waren wir schon Freitagmittag angekommen. Am Wochenende wird der Stadthafen richtig voll. Hier im Gewühle möchte ich nicht liegen. Ein Blick auf das Ijsselmeer verheißt nichts Gutes. Der Wind nimmt weiter zu.

Der Wetterbericht für den nächsten Tag verkündet noch mehr Wind. Die Hafeneinfahrt von Workum ist nur ca. 1 km weg. Ich möchte weiterfahren. Doch die anderen Crews verweigern die Gefolgschaft. Auch Marina würde mich verlassen und von Bord gehen wenn ich weiter fahre. Wir diskutieren über die weitere Törn Planung und beschließen noch zwei weitere Tage in Hindeloopen zu bleiben. Die Einzigen die sich freuen sind die Kitesurfer am Strand hinter dem Westerdijk. So fahre ich wenigstens mal mit Karl-Heinz mit dem Fahrrad nach Workum. Das war dann aber auch eher eine Sturmfahrt.

So vertreiben wir uns die Zeit mit Shopping, Museumsbesuchen und Vögeln. Für eine weitere Sturmfahrt mit dem Fahrrad mit Karl-Heinz und mir nach Workum bleibt auch noch Zeit. Wir haben mittlerweile rund 5 Bft, in Böen sogar bis 6 Bft. Die Mädels und Peter sind nicht so sportlich und wollen mit dem Taxi nach Workum fahren. Marina hat das Taxi zum Haupteingang des Yachthafens bestellt. Sie warten und warten aber kein Taxi kommt. Als Marina nachfragt wo das Taxi bleibt, bekommt Sie die Auskunft, dass das Taxi uns nicht gefunden hätte und ein neues Taxi für Hindeloopen heute nicht mehr verfügbar ist. Da frage ich mich sie wir aus Workum zurückgekommen wären?? Taxifahren in Holland gleicht einem Abenteuer. Zum Essen entdecken wir auch noch einen leckeren Argentinier „El Paso“ mit ägyptischem Besitzer und sehr netter holländischer Frau. Eine gelungene Kombination.

03.09.2013 Endlich geht es weiter. Wir verlassen den Yachthafen von Hindeloopen. Die Einfahrt nach Workum ist gerade mal einen Kilometer von der Ausfahrt von Hindeloopen weg. Der Wind hat sich deutlich abgeschwächt. Workum hat mehrere Häfen und ist besonders für Segler sehr interessant, weil die hier ohne Brücken und Schleuse direkt auf dem Ijsselmeer sind. Am Ende von Workum kommt dann doch die Schleuse um ins Landesinnere zu kommen. Der Kanal durch Workum ist ziemlich schmal. Auch die Schleuse ist sehr klein. Hier wird es wohl im Sommer ein heftiges Gedränge geben. An der Schleuse werden 5 Euro fällig. Dafür werden auch alle folgenden Brücken (5) für uns geöffnet. Die letzte Brücke ist eine Eisenbahnbrücke. Damit verlassen wir Workum wieder.

Über das Heeger Meer und dem Johan Frisokanaal geht es weiter zum Prinses Margriet Kanaal. Bei der Einfahrt hätten wir beinahe noch einen Frachter gerammt. Dort fahren wir Richtung Süden zur Grotte Brekken. Wir übernachten am Wasserrastplatz direkt nach der Einfahrt zum Grotte Brekken. Hier können wir noch mal Angeln und Grillen. Das Wetter wird auch immer besser. Die Sonne scheint aus heiterem Himmel.

04.09.2013 Langsam neigt sich unser Törn dem Ende zu. Als Tagesziel wurde Giethoorn festgelegt. Giethoorn hat einen sehr schönen Passantenhafen mit Wiese vor den Booten und Stromanschlüssen für die Boote. Wir legen also gegen 09:00 ab und fahren ein kleines Stück zurück, biegen dann in die Follegaslot ein, kommen dann durchs Tjeukemeer, an Echternerbrug vorbei durch die Jonkers of Heloma vaart bis zur Driewegsluis. Von dort geht es bis nach Ossenzjil. Ab hier sind es nur noch 7 km bis Giethoorn. Da ein Teil des Hafens für eine Herstellerveranstalltung gesperrt ist, nehmen wir drei Liegeplätze an einer Seite des Hafens hintereinander. Die Fahrzeit war Heute ca. 5 Stunden. Weil erst Mittwoch ist, das Wetter hervorragend und uns Giethoorn gut gefällt, legen wir fest erst am Freitag weiter zu fahren, auch wenn es dann ein Tag mit langer Fahrzeit wird.

Am folgenden Tag ist das Wetter ein Traum. Da wir heute nicht fahren müssen bleibt Zeit für kleine Reparaturen und wir können in Ruhe das Boot noch mal gründlich waschen. Jetzt sollte alles Salz wirklich weg sein. Am Abend machen wir noch ein Abschlussessen beim romantischen Italiener gleich am Kanal. Da können wir zum letzten Mal in diesem Jahr unser Schlauchboot nutzen und fahren per Boot zum Essen. Giethoorn nennt sich ja auch das Venedig des Nordens. Die Anderen kommen mit den Fahrrädern nach.

06.09.2013 Heute geht es zurück nach De Klink. Um 9:00 Uhr geht es schon los, da die Fahrstrecke relativ lang ist. Es geht durch die Beukelaker Wijde und die Belter Wijde (Seen) in die Beukersgracht, durch das Meppeldiep nach Zwartsluis. Dort biegen wir über Steuerbord auf das Zwarte Water ein. Wir lassen Genemuiden auf Backbord liegen und fahren dann in das Ramsdiep ein. Das führt uns bis fast zur Marina Schokkerstrand. Von dort aus kreuzen wir das Kettelmeer und fahren zur Roggebotsluis. Bis hierher sind wir bei allen Brücken und Schleusen ohne Wartezeiten durchgekommen. Die Roggebotsluis ist aber gerade voll und zusätzlich wartet ein Berufsschiff. Berufsschiffe haben immer Vorfahrt. Meine Zusatzanfrage an die Schleusenmeisterin über UKW-Funk gibt Klarheit. Das Berufsschiff wird allein geschleust, die Hobbykapitäne dürfen nicht mit in die Schleuse. Also warten. Die Warterei kostet uns fast ein Stunde. Der Rest ist wie immer wenn man von der Roggebotsluis nach De Klink will, die Fahrt durch das Drontenermeer, vorbei an Elburg und hinein in „unser“ Veluwemeer. Um 16:15 Uhr kommt die Einfahrt unseres Hafens in Sicht und um 16:20 Uhr machen alle Boote an ihren Liegeplätzen fest. Wie im letzten Jahr werden wir von unserer lieben „Inge“ mit einem Sektempfang begrüßt.
Damit ist eine sehr schöne Tour zu Ende gegangen. Insgesamt sind wir mit den Booten knapp 350 km gefahren. Wir hatten tolles Wetter und das während der ganzen Tour. Den Starkwind zwischendurch haben wir ausgesessen und sind dann weiter gefahren. Wir haben neue Orte angefahren, neue Locations gesehen und hatten insgesamt auch viel zu lachen. Auf der Übersichtskarte sieht man den Törn in rot.