Sommertörn Petra und Peter 02.07.2011

Dieses Jahr haben Marina und ich keinen Törn gemacht. Wir hatte einfach mal wieder nach den vielen Regentörns Lust auf Sonne. So sind wir am Anfang des Sommers nach Malle geflogen und hatte eine Woche Sonne. Auch der geplante kurze Törn Ende August viel aus wegen Regen. Wir sind regelrecht vor dem Regen in die Türkei geflüchtet. Auch hier gab es Sonne pur. Petra und Peter haben dem schlechten Wetter getrotzt und sind alleine durch Holland gefahren. Daher ist dieser Törnbericht nicht aus unserer Sicht, sondern aus Sicht von P+P erzählt. Viel Spaß

02.07.2011 Urlaubsbeginn. Wir lassen es dieses Jahr ruhig angehen und fahren erst am Samstag zu unserem Boot. Wir bleiben noch im Hafen liegen, da am Montag (04.07.2011) noch die Schalldämpfer von unserem Frank Michels eingebaut wurden. Danach ist das Boot viel leiser und wir können ohne schlechtes Gewissen die Vecht befahren.
05.07.2011: Da Inge und Siggi hinter ihrem Chalet noch ein Häusschen gebaut haben wurde am Dienstag noch Richtfest gefeiert und gegrillt.

06.07.2011 Es geht los. Wir haben als Etappenziel den Dode Hond gesetzt und fahren bei Wind aber schönem Wetter los. An der Nijkerker-Schleuse müssen wir noch ein Berufsschiff vor lassen, danach erhalten wir allerdings eine Exklusivschleusung. Nun haben wir erst einmal eine Stunde Sturzregen. Da der Rastplatz am Doden Hond recht voll ist, fahren wir noch einen Platz weiter (Huizerhoef). Jetzt ist wieder gutes Wetter mit Sonne und wir grillen auf dem schönen Wiesenplatz.

07.07.2011 Es geht am Morgen mit dem Ziel Nightevecht weiter. Doch, was ist das, auf Höhe von Mulderzand werden wir von der Wasserschutzpolizei angehalten bzw. diese geht längsseits. Nun heißt es erst einmal Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte. Eine Rundfahrt um unser Boot, um Name und Schiffsnummer zu vergleichen; alles in Ordnung. Nun noch die Frage (es ist 11.30 Uhr) „Haben Sie Alkohol getrunken?“ und schon kam das Röhrchen zum Blasen. Doch auch hier alles in Ordnung und wir dürfen weiterfahren. Vor der Schleuse Muiden müssen wir warten, da beide Schleusenkammern aus der anderen Richtung schleusen. Wir machen vor der Schleuse kurz fest. Da wir den Hinweis vom Schleusenwärter beherzigt haben und gewartet haben, bis alle Schiffe aus der Kammer ausgefahren sind. Haben wir die ganze Kammer für uns bekommen. In der anderen haben sich 5 Boote gezwängt. Die Brücke nach der Schleuse war in unsere Richtung blockiert, ein großes Segelschiff hatte hier festgemacht und wir mußten warten bis es abgelegt hatte, da hinter der Brücke ein Baggerschiff und ein Transportschiff lagen, welche die Fahrrinne verengten. Nun fuhren wir ohne Probleme und schönem Wetter zu umserem Etappenziel, wo wir Abends schön essen waren (Chaletparc de Vechtoever). Wir konnten dann noch bis nach 22.00 Uhr draussen vor unserem Boot sitzen und den Abend genießen.

08.07.2011 Heute ging es früh los. Um 9.30 Uhr hieß es Leinen los. Ziel: Loosdrechter Plaasen „De Vrijbuiter“. Die Brückenwärter waren uns wohl gesonnen, und wir fuhren ohne große Zeitverluste bis zur Schleuse in den Loosdrechter Plaasen. Hier war es sehr windig und wir mußten eine Gegenschleusung abwarten. Auf dem See war es, wie in den Vorjahren auch, sehr windig. Wir wurden wieder sehr freundlich vom Verein und vom Hafenmeister aufgenommen. Selbst den Wiesenplatz am Badeufer durften wir, wie letztes Jahr auch, einnehmen. Hier bleiben wir erst einmal bis Montag. Morgen werden wir ein wenig mit dem Fahrrad in die Stadt fahren. Das Wetter soll ja auch so schön bleiben.
10.07.2011 Am Sonntag war hier auf dem Loosdrechter Plaasen die Hölle los. Segelregatten, Spassboote und traditionell gekleidete Menschen in Oranje. Mit dem Wetter haben wir ganz viel Glück, heute ist es heiß und es gibt den ganzen Tag Sonnenschein.

11.07.2011 Am Montagmorgen geht es wieder los. Wir müssen die Vecht allerdings bis Uitrecht fahren, da unser Boot für die anderen Durchfahrten zum Amsterdam Rijn-Kanal zu breit ist. Also wieder ein Stück zurück und rein in die Nieuwe Wetering bis zum Vinkeveense Plaasen. Hier ist das schleusen extra teuer und die Brücke will man eigentlich auch nicht aufmachen (Verdeck runterklappen???), geht dann aber doch. Auf dem Eiland 2 haben wir dann gegrillt und geangelt. Wieder ein sehr schöner Tag.

12.07.2011 Wir fahren Heute über die Winkel in die Oude Waver, hier ist es sehr schmal und die Brücken müssen teilweise von Petra bedient werden. Nun geht es über die Amstel an Uithoorn vorbei. Da es sehr stürmisch ist, machen wir an einem Rastplatz bei Vrouwenakker halt und übernachten hier. Weiter geht es über die Amstel in den Aarkanal. Wir fahren in Alphen a/d Rijn vorbei. Vor dem Brassenmeer liegt ein Bunkerschiff hier können wir Benzin nachtanken. Wir fahren heute bis ins Aalsmeer und bleiben hier zwei Tage, auch weil das Wetter sehr schlecht ist -es regnet Bindfäden.
13.07.2011 Es regnet nicht mehr, bleibt aber bedeckt. Wir nehmen die Fahrräder und fahren zum Einkaufen in die Stadt.

15.07.2011 Bei jetzt wieder sehr schönem Sonnenschein fahren wir am Freitag durch Amsterdam, heute nur am Sixthafen vorbei in die Schleuse Willem I, auf den Hollandsche Kanal. Da es heute sehr schön und heiß ist, fahren wir weiter über die Trekvaart Het Schouw bis nach Monnickendam. Hier liegen wie nun in der gleichlautenden Marina. Wir waren bereits im Hafen im Restaurant Verhuis Fisch essen und lassen nun an Bord den schönen Tag/Abend ausklingen. Morgen geht es endlich nach Edam, hier werden wir über das Wochenende bleiben!!!

16.07.2011 Wir fahren aus Monnickendamm, bei gutem Wetter wieder los. Es war nur ein kurzer Törnschlag, wir fahren aus sentimentalen Gründen nach Edam. Dort haben wir vor ungefähr 15 Jahren mit den Töchtern Urlaub im Zelt gemacht und davon geträumt mit einem eigenen Boot mal hier zu liegen. Jetzt war es soweit!! Das war schon ein tolles Gefühl, wenn so ein Traum in Erfüllung geht. Die Fahrt ging über die Gouwzee, streng entlang der Betonnung. Das ist wichtig hier, weil es rechts und links der Fahrrinne Untiefen gibt und zwischen den Tonnen GZ13 und GZ15 unter Wasser quer zur Insel Marken hin ein Steindamm verläuft, der nur durch die Fahrrinne unterbrochen wird. Also aufgepasst! Allerdings ist die Begrifflichkeit „Zee“ im holländischen nicht mit dem Deutschen Begriff „See“ gleich zu setzten. Die Gouwzee ist eher ein kleines Gewässer, eingerahmt vom Land und der Insel Marken Wir lassen Volendamm „links liegen“ und fahren unter Land weiter. Kurz hinter Volendamm endet die Betonnung und wir fahren frei im Markermeer (Teil des Ijsselmeeres) Bald schon kommt Edam in Sicht und wir freuen uns sehr. Die Hafeneinfahrt liegt etwas ungünstig zur Seeseite und verlangt unerwartet etwas „Kurbelei“ am Steuerrad, zumal auch noch ein dickes Segelboot den Hafen gerade verlässt. Das ist aber inzwischen kein Problem mehr für uns.

Nach dem Festmachen erkunden wir Edam aufs Neue uns stellen fest, dass wir auch über die Binnenseite locker nach Edam rein, bzw. durch gekommen wären. Der Stadthafen ist nicht luxuriös, aber trotzdem in Ordnung. Wir dürfen die sanitären Einrichtungen „unseres“ alten Campingplatzes gegenüber benutzen. Der ist inzwischen vollständig renoviert worden und macht einen guten Eindruck. Am zweiten Tag läst uns das Wetter im Stich und es fängt sporadisch an zu regnen. Gegen Abend wird der Regen zum Dauerregen und es soll auch am Folgetag nicht besser werden. Deshalb beschließen wir noch einen Tag zu bleiben und nicht im Regen weiter zu fahren. Das war auch gut so, denn am 19.07.11 fahren wir bei wirklich gutem Wetter wieder los. Das macht doch richtig Spaß. Es geht quer über das Markermeer Richtung Flevoland. Wir steuern die Zuidersluis vor Almere Buiten an. Nach der Schleuse kann man 2 Strecken wählen, wenn man mit dem Boot durch Flevoland fahren möchte. Die Lage Vaart oder die Hoge Vaart. Weil wir die Hoge Fahrt schon mal gefahren sind, (http://www.wb0tqo3is.homepage.t-online.de/wassersport/toern2_2006.htm) entscheiden wir uns für die Lage Vaart und es sollte sich lohnen. Allerdings müssen wir erst mal vor der Vaartsluis eine Stunde warten. Doppelrot zeigt die Einfahrt in die Schleuse. Wir sind pünktlich zur Mittagspause dort angekommen. Na ja, dann trinke ich halt erst mal ein bleifreies Bier. Schmeckt komisch, aber bei der brennenden Sonne besser als nix.

Weiter geht es nach der Mittagspause zu einem kleinen See, dem Vaartplas, der von unserem Kanal abzweigt. Leider ist der ausgewiesene Boots – Rastplatz im See in schlechtem Zustand. Ein Landgang wegen Verwilderung kaum möglich. Bleiben wir also auf der Steganlage und ich hau die Angeln raus. Wir sind ganz alleine dort. Nach einigen gefangenen Köderfischen, kommen diese auf den Haken und ich lege die Grundruten auf Zander raus. Plötzlich ein Biss. Aber zu früh angeschlagen. Dann noch zwei Bisse verschlagen. Dann aber klappt es. Zwar kein Zander oder Hecht, dafür ein echt dicker Aal, knapp einen Meter lang. Kurz drauf wieder ein dicker Aal, aber „nur“ ca. 90 cm lang. Danach beist nichts mehr. Insgesamt ein schöner Abend auf diesem Rastplatz.
20.07.2011 Es geht weiter. Ziel ist der in der Karte eingezeichnete Anlegeplatz beim Bungalowpark Muiderberg. Dafür folgen wir weiter der Lage Vaart, die kurz vor Lelystad nach rechts ab geht. Auf Höhe des geplanten Rastplatzes angekommen, müssen wir feststellen das es den erwarteten kleinen Hafen / Rastplatz gar nicht gibt. Nur eine Ausbuchtung am Kanal, etwas Minisee – mäßig, und ein schnöder Anleger im Kanal ist vorhanden. Da beschließen wir doch weiter zu fahren. Kaum unterwegs sehen wir uns mit einer sehr niedrigen Brücke konfrontiert, keine 3 Meter hoch. Petra geht aufs Vorschiff, kontrolliert die Durchfahrtshöhe und gibt mir Anweisungen. Damit taste ich mich im Schritttempo an die Brücke ran. Es passt so gerade eben und wir können weiter fahren. Am Ende der Larse Vaart kommt natürlich die Lasersluis. Eine Selbstbedienungsschleuse. Petra (schon wieder auf dem Vorschiff) drückt bereits beim Einfahren in die Schleuse den Startknopf zum Schleusen. Naja, weil hier Sicherheitszeiten eingebaut sind, können wir noch problemlos lose festmachen und dann beginnt auch schon der Schleusungsvorgang.

Kurz nach der Schleuse kommen wir in die Hoge Vaart. Wir haben uns jetzt als Ziel Biddinghuizen gegeben. Da waren wir schon im Frühjahr zu unserer Saisoneröffnungtour. Hier gefällt es uns sehr gut und wir bleiben noch einen Tag liegen. Wir sind ja im Urlaub und nicht auf der Flucht. Am Abend fahren wir mit den Fahrrädern in die Stadt und gehen beim Chinesen essen. 22.07.2011 Es geht weiter in Richtung Ketelmeer. Auch hier sind wir wieder pünktlich zur Mittagspause vor der Ketelsluis angekommen und müssen warten. Die weitere Fahrt geht durch den südlichen Ausläufer des Ketelmeers zur Roggebotsluis und dann in das Drontener Meer. Wir fahren bis zum Rastplatz Smient und legen an. Hier verbringen den letzten schönen Urlaubstag. Weil für den kommenden (Sams)Tag starker Wind angesagt ist, fahren wir recht früh los und sind schon am Vormittag wieder in unserem Heimathafen De Klink. Jürgen und Marina sind auch da, sie verbringen das Wochenende auf dem Boot. So sitzen wir abends zusammen und berichten vom Urlaub und schauen uns die Bilder dazu an. Insgesamt war das ein toller Urlaub, mit der nötigen Ruhe zum Entspannen, trotz ein paar Regentagen. Wir sind halt Bootsleute und da ist das manchmal einfach so. Wir genießen es trotzdem und freuen uns auf den Rest der Botssaison.