Vom Veluwemmer nach Weesp und zurück

Das Wochenende haben wir in De Klink verbracht. Die Zeit haben wir uns mit kleinen Reparaturarbeiten an den Booten und Kurzausflügen in die Umgebung verbracht. Auch die WM Spiele konnte ich in Ruhe anschauen. Für die zweite Woche haben wir uns überlegt über Weesp bis in die Loosdrechtse Plassen zu fahren. Da das Boot unserer Eltern höher als 3,30 m ist, war die Auswahl an Strecken für nur eine Woche eingeschränkt.
Am Montag kam der Michels wie versprochen aus Duisburg und hat den reparierten Motor von Peter mitgebracht. Bei so vielen Teilen kann man gar nicht glauben, dass der nachher wieder läuft.

Aber der Michels hat ganze Arbeit geleistet und hat alle Teile zusammen bekommen. Am Abend schnurrte der Motor wieder wie ein Kätzchen. Der Michels hatte noch einen Mann mitgebracht. Der hatte noch bei den Eltern die Schaltzüge gewechselt. Dazu mussten wir nach Elburg, wo das Boot raus gehoben wurde. Da die Kranbetreiber um 17:00 zumachten, waren wir hier ganz schön unter Zeitdruck. Als alles fertig war und wir wieder in De Klink waren, hat er auch noch bei mir den Vergaser gewechselt. Im habe von Rochester Quadrajet auf Edelbrock umgestellt, da der alte Vergaser geleckt hat. Spät im dunkeln haben wir dann die finale Probefahrt gemacht. Ich habe Blut und Wasser geschwitzt als wir mit Vollgas im schmalen Fahrwasser gefahren sind, denn die nächste Tonne war im Dunkeln so einfach nicht zu sehen und direkt neben der Tonne ist es nur 50 cm tief.

Di 20 Juni ging es endlich los. Alle drei Boote waren repariert. Wir starteten mit drei Booten in De Klink. Die Fahrt ging auf dem Veluwemeer in Richtung Harderwijk und weiter über die Randmeere in Richtung Süden. Da heute das WM-Spiel Deutschland gegen Ecuador statt fand, war es wichtig rechtzeitig einen Hafen zu erwischen wo wir dann die Sattelitenschüssel aufbauen konnten. Als Ziel hatten wir uns Spakenburg ausgesucht. Das war locker im Zeitlimit zu erreichen. Doch an der Arkersluis war Schluss. Dort wurde auf dem Landstück zwischen Schleuse und Fahrwasser gearbeitet. Daher wurde über die Schleuse Material gehoben. Dafür wurde die Schleuse gesperrt. Der Schleusenwärter hat uns hier gnadenlos verarscht. Nach einem Berufschiff hat er die Schleuse einfach wieder geschlossen ohne uns rein zu lassen. Danach hat er wieder hoch geschleust und ein weiteres Berufsschiff geschleust. Auf meine Nachfrage per UKW hat er gesagt, dass wir beim nächsten Mal dran wären. Doch nach dem Berufsschiff hat er die Schleuse gesperrt und per Funk durchgegeben, dass die Schleuse wegen Bauarbeiten mindestens für 1 Stunde gesperrt bleibt. Damit war Spakenburg für uns gestorben.
Zum Glück war gleich hier an der Schleuse der Jachthafen Erkenmerderstrand. Wir haben schnell umgedreht und den Hafen angelaufen. Der vordere Teil des Hafens war voll, aber durch eine schmale Zufahrt sind wir in den hinteren Teil gelangt, wo wir noch drei freie Plätze gefunden haben. Wir hatten Glück. Es ist ein gemütlicher Hafen mit angrenzendem Campingplatz. Im Restaurant des Campingplatz haben wir dann in geselliger Runde das Deutschlandspiel auf der Großleinwand geschaut. Dass der Kommentar in Holländisch war hat dabei nicht gestört. Hier haben wir dann auch gleich zu Abend gegessen. Ein schöner gelungener erster Tag, nicht nur weil Deutschland gegen Ecuador 3:0 gewonnen hat.

Mi 21 Juni…Die Schleuse konnten wir heute morgen problemlos passieren. Weiter gings in Richtung Muiden. Bei der ersten Tour haben wir in Muiderzand übernachtet. Diemal wollten wir mindestens bis Weesp kommen. Gegen Mittag waren wir dann endlich auf dem Markermeer. Von dort gings dann Backboard über eine mit sehr kleinen Tonnen ausgeschilderte Strecke nach Muiden. Das Wetter war mal wieder ziemlich bescheiden. Es regnete zwischendurch immer wieder.

Nach dem Passieren der Schleuse Muiden sind wir weiter auf der Vecht in Richtung Weesp. Vor Weesp gibt es eine Brücke die ziemlich niedrig ist. Unsere Eltern mussten hier die Köpfe einziehen, damit es passt. Sonst hätten wir auf das Öffnen der Eisenbahnbrücke warten müssen. Diese Brücke hat mich übrigens im letzten Jahr die Funkantenne gekostet. Diese Jahr habe ich einen kippbaren Antennenfuß. Das sind halt teuren Erfahrungen, die man machen muss.

Vor Weesp sind wir dann links abgebogen, die Vecht weiter entlang. Hinter der Brücke war unser Tagesziel. Der Yachthafen De Vecht. Dort sind wir gleich in Empfang genommen worden und haben drei Plätze direkt am Fahrwasser bekommen. Im Hintergrund sieht man noch die Brücke. Dort beginnt gleich Weesp.

Spontan haben wir uns beim Anlegebier entschlossen heute mit den Holländern Fußball zu schauen. Sie haben in der Hafenbar eine Leinwand aufgebaut. Es wurde richtig voll in dem Laden und mit viel Orange haben wir dann gemeinsam das Hollandspiel geguckt. Die Holländer in der Hafenbar waren besser drauf als ihr Fußballteam, die in einem grausamen Spiel gegen Argentinien 0:0 gespielt haben. Das hat der Stimmung aber nicht geschadet und so war auch dies wieder ein rundum toller Tag.

Do 22 Juni… Den Morgen haben wir für einen Rundgang durch Weesp genutzt. Wir mussten unsere Bargeld, sowie auch die Lebensmittelvorräte ergänzen. Vor allen die Biervorräte gehen immer schneller zu Ende als kalkuliert. Schon komisch.
Während des Spaziergangs haben wir festgestellt, dass Marina gerade mal so groß ist wie eine Parkuhr.

Nach dem Einkauf ging es dann weiter die Vecht entlang. Am Ufer lag ein ziemlich skuriles Segelboot. Ein bißchen verrückt muss man schon sein um solch ein Boot zu fahren. Die Vecht ist ein romantischer Fluß und ein lohnenswertes Ziel. Wir wären gerne noch weiter die Vecht runter bis zu den Loosdrechtse Plassen gefahren, aber wegen der fehlenden Zeit haben wir uns entschlossen bei Nigtevecht die Rückreise an zu treten. Daher sind wir in den Amsterdam-Rijn-Kanaal eingebogen. Überraschend war die Schleuse zwischen Vecht und Amsterdam-Rijn-Kanaal dauerhaft offen. Ein Blick in die Karte hätte es mir allerdings auch gezeigt. Der Kanal und die Vecht haben den gleichen Wasserstand.

Dann gings zurück über den Kanaal bis Weesp. Das war ein mords Geschaukel auf dem Rijn-Kanaal. Bei der Einfahrt nach Weesp habe ich schon geglaubt wir rammen die Mauer. Aber zum Glück wurde die Brücke gleich geöffnet und wir mussten nicht stehen bleiben. Die Stadtdurchfahrt durch Weesp sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Mehrere Brücken nehmen wir in Kolonnenfahrt, bevor es wieder auf die Vecht zurück geht. Weiter geht es nach Muiden und wieder aufs Markermeer. Von dort aus weiter über Muiderzand in die Randmeere. Da es schon Nachmittag war wollten wir einen Rastplatz anfahren. Wir wollten mal wieder grillen. Schon auf der Hinfahrt hatten wir eine Insel entdeckt, die wir nun ansteuerten. Es handelt sich um den Wasserrastplatz De Schelp im Gooimeer. Dieser Rastplatz besteht aus zwei Inseln. Hier waren zu unserer Überraschung viele Boote. Da es sehr windig war, waren aber alle Boote auf der windgeschützten Insel. Wir entschlossen uns für die andere Insel. Hier war zwar mehr Wind, aber dafür hatten wir die ganze Insel für uns allein. Statt Anlegebier gabs diemal von Marina einen Bacardi-Cola. Auch nicht schlecht. Da kann man sich dran gewöhnen.

Die Inseln hatten die Form eines Atolls. Es gab hier richtig schönen weißen Sand. Wir haben uns ein wenig wie am Meer gefühlt. Eine ganze Insel für uns allein. Mit dem wichtigsten Proviant haben wir uns dann in eine windstille Ecke verzogen.

Dort haben wir die wärmende Sonne genossen. Davon gab es in den letzten Tagen nicht all zuviel. Abends hat uns dann noch eine Entenfamilie besucht. Mutter Ente hat etwas abseits die Szenerie argwöhnisch beobachtet.

Fr 23 Juni…Weiter geht es am Morgen. Mein Vater hat nicht so ganz die Lücke zwischen den Pfählen erwischt und dabei einen Dalben gefällt. Na ja… wir glauben bei näherem Hinsehen, dass der Pfahl schon morsch gewesen sein muss und praktisch von allein umgefallen ist!!

Auch auf dem Rückweg gab es wenig Wartezeit an der Arkersluis. Nur ein Segler der in die offnen Schleuse einfahren wollte obwohl die Brücke noch nicht auf war, hat für etwas Stau gesorgt. So waren wir schnell durch und unser Tagesziel, die Insel De Zegge war nicht mehr weit. Auch das Wetter war endlich mal besser.

Da die Tagesetappen nicht so lang waren, hatten wir genug Zeit für andere Dinge. So war Bootputzen angesagt. Auch Peter wurde davon angesteckt. So kam es dann schnell zu einem Wettputzen wer denn den blauesten blauen Streifen am Boot hat.

Auch fürs Angeln war noch Zeit genug. So in der Sonne, das war richtig schön. Die Insel scheint relativ neu angelegt zu sein. Es sieht noch alles sehr neu aus. Im Hintergrund sieht man das Wassersportzentrum Strand Horst. Die haben sogar einen Mc Donalds. Wenn wir ein Beiboot gehabt hätten, dann gäbs heute einen Big Mäc.

Auf der anderen Seite unseres Anlegeplatzes hatten noch andere Bootsfahrer angelegt, die mit ihrem Schlauchboot wohl etwas zu schnell gefahren sind. Das gefiel der WaPo nicht so gut. Man fragt sich wo die immer herkommen. Das war möglicherweise ihr teuerster Hamburger.
Da dies der letzte Abend unseres Törns war haben wir noch mal ordentlich gefeiert. Am nächsten Morgen geht es wieder zu unserm Hafen nach De Klink.

Sa 24 Juni…Das letzte Stück nach De Klink ist nur noch ein Katzensprung. Die Engstelle und Brücke bei Harderwijk muss noch genommen werden. Dann muss nur noch die Schwanbarriere überwunden werden. Es gibt hier Tausende von Schwänen. Normalerweise befinden die sich neben der Fahrrinne. Aber ab und zu bewegt sich die Gruppe mal bis in die Fahrrinne. Im Hintergrund befindet sich schon der Hafen von De Klink. Auch diese Tour ist nun zu Ende. Zum Schluss hat sich auch das Wetter nochmal von seiner besten Seite gezeigt. Damit ist der Sommerurlaub vorbei. Bis Oktober kommen wir nun wieder nur an den Wochenenden hier her.