Schweden vom 27.04.07 – 05.05.07

Am Freitag 27.04.07 war es endlich soweit. Wir fahren nach Gislaved in Schweden. Genau dort hin wo unsere Eltern vor vielen Jahren schon einmal waren. Sie haben uns immer von diesem Ort vor geschwärmt. Nun wollten wir es endlich selber mal kennen lernen. Wir haben eine Hütte direkt am Majsjön gemietet. Das Wetter war die ganze Woche top mit viel Sonne. Auch unsere Eltern und ihre Freunde Marlene und Heiner sind mit gefahren. Sie sind allerdings schon mittags los gefahren. Wir mussten ja noch arbeiten. Daher sind wir erst gegen 17 Uhr von Zuhause weg gekommen. Da wir aber unterwegs übernachten wollten war das kein Problem. Hauptsache es geht los. Die Reise sollte uns über die Fähre Puttgarden(Fehmarn)-Rödby und die Öresundbrücke führen.

Bevor es aber richtig los ging musste Peter am Vorabend noch das Jetbag montieren. Da wir recht viele Angelsachen hatten und auch das Bier unter gebracht werden musste, brauchten wir jeden Stauraum. Die Berichte über hohe Kosten für alkoholische Getränke hatten auch uns erreicht.

Überraschenderweise war, als uns Petra und Peter abholten, noch reichlich Platz für unsere Sachen. Peters neuer Audi ist doch recht groß. Während der Fahrt haben Marina und Petra schon mal ein paar schwedische Wörter geübt.

Da es schon spät war und wir noch vorwärts kommen wollten wurde das Abendessen kurzerhand im Stehen eingenommen. Schnitzel und Brötchen waren schnell vertilgt und schon ging es weiter. Wir waren uns noch nicht klar wie weit es heute Abend noch gehen sollte. Die Fähre war nicht das Problem da sie die ganze Nacht fährt, aber wir mussten ja, nicht zu spät abends, noch ein Hotel finden. Irgendwann war klar, dass wir nicht vor 24 Uhr an der Fähre ankommen würden. Da die Warterei und die Überfahrt auch noch Zeit kosten würden, wollten wir vorher in ein Hotel gehen. Peter hat dann ein Hotel direkt an der Fähre angerufen. Die wollten tatsächlich 115 Euro für das Doppelzimmer haben. Als Peter anmerkte, dass dies doch ein heftiger Preis für eine einfache Übernachtung sei, meinte der Hotelier nur, dass sie von den Dänen und Finnen leben. Für die wäre das ein normaler Preis.
Wir entschlossen uns dann doch lieber für das Etap Hotel in Lübeck. Für 42 Euro ging es in die luxusfreie Zone. Aber nur zum Übernachten völlig OK. Nach dem Einchecken mit der Kreditkarte bekommt man eine Codenummer. Diese ermöglicht das Betreten des Hotels und des Zimmers.

Morgens um acht ging es dann recht ausgeschlafen weiter in Richtung Fähre. Dort war es nicht so voll, sodass wir mit der nächsten Fähre schon mitfahren konnten. Verwirrend waren die vielen Fahrbahnen die zum Anleger führten. Aber es gab genügend Personal, das uns auf den richtigen Weg führte. So fuhren wir 20 Minuten später schon auf das Schiff.

Nach dem Verlassen des Hafens von Puttgarden haben wir erstmal gemütlich gefrühstückt. Die 40 Minuten Fahrzeit bis Rödby waren dafür genau angemessen. Dazu der Panaoramablick über das Meer. Wirklich schön.

Nach der Fähre ging es quer durch Lolland und Seeland bis Kopenhagen. Dort bogen wir ab in Richtung Öresundbrücke. Vorher geht es noch durch einen Tunnel bis zu einer Insel. Dort beginnt dann die Brücke. Sie ist schon hoch, aber wir haben sie uns viel gewaltiger vorgestellt. Nach der Brücke ist dann die Mautstelle auf der schwedischen Seite. Obwohl wir schon an der Fähre auch die Brücke bezahlt hatten müssen wir uns am Schalter „Manuell“ anstellen. Davon gibt es nur Einen und dort stehen alle. Die Kassiererin nimmt nur das Ticket und schon ist die Schranke auf. Wieso wir nicht an einem der anderen Schalter einfach das Ticket einschieben dürfen und die Schranke geht auf bleibt uns ein Rätsel. Das geht in jedem Parkhaus einfacher. Eigentlich ein Witz.
Während der Wartezeit ist es spannend die Autos zu beobachten, die durch die Funkschranken wollen, aber kein Gerät an Bord haben. Immer wieder müssen die Autos den Rückwärtsgang einlegen und zurück setzen. So ein Gerät kann man sich in Deutschland leihen. Hier gibt es noch viel Optimierungsbedarf.

Samstag mittag um 13.30 waren wir angekommen. Die Hütte direkt am See war einfach ein Traum. Nach dem Ausladen der Vorräte gab es erst einmal einen Kaffee mit Seeblick.

Kurze Zeit später konnten wir unsern Vater und Heiner begrüßen die schon den ersten Hecht gefangen hatten. Da sie ja über Nacht gefahren sind und deshalb schon am Morgen hier angekommen waren konnten sie schon den ganzen Tag angeln. Davon angespornt sind wir auch noch aufs Wasser. Aber wir hatten kein Angelglück.

Am Abend hab ich dann noch die Grundruten mit Wurm fertig gemacht. Später gab es dann doch noch den ersten Fisch der Woche.

Am nächsten Tag sind die Frauen, während unserer Angelfahrt, durch die Natur gewandert. Man sieht überall die Spuren des Sturms. Er hat hier noch viel stärker gewütet als bei uns. Fast alle Anhöhen sind baumfrei.

Wir haben den ganzen Sonntag geschleppt und die Uferzonen abgewobblert. Aber ohne Erfolg. Einen vorsichtigen Biss hatte ich. So sind wir frustriert zurück gefahren. Unser Vermieter hatte uns schon vorgewarnt. Die Hechte haben noch nicht abgelaicht. Daher wird die Woche schwierig. Er meint wir wären zwei Wochen zu früh.
So hatten wir noch Zeit einzukaufen, da der große Lebensmittelladen hier jeden Tag von 8-22 Uhr auf hat.

Der Montag fing etwas besser an. Während die Frauen die nahe gelegene Fischzucht besichtigten in der es nur so von Fischen wimmelt, fing ich den kleinsten Hecht der Woche. Er biss auf meinen größten Wobbler gerade beim Beginn des Schleppens. Das hat Peter und mir zwar neue Motivation gegeben, aber es blieb der einzige Fisch des Tages. Durch den Sturm war der See voller Äste, die am Boden lagen. Meine ganzen Gummifische haben, beim Abfischen des Ufers, permanent Hänger erzeugt. Unser Wobblersortiment mit flach laufenden Wobblern war leider sehr beschränkt, da ich mich mehr auf Gufi eingestellt hatte. So war auch dieser Tag eine Fastpleite. Das andere Boot mit der älteren Generation an Bord war leider erfolgreicher. Sie hatten zwei Hechte. Damit stand es 1:3.

Da der Hecht zu klein war und wieder ins Wasser ging, gab es abend halt Kotelett und Grillwurst. Das Fleisch war gut, aber die schwedische Grillwurst war leider ungeniesbar und ist direkt im Mülleimer gelandet. Da es noch Salat gab sind wir aber alle satt geworden. Peter hat sich auch intensiv um die Getränke gekümmert.

Am Abend bekamen wir noch Besuch und haben den Abend bei uns auf der Terrasse ausklingen lassen. Bevor ich dazu stoßen konnte habe ich nach dem Besuch unserer Sauna erst noch ein Bad im See genommen. Das Wasser war wirklich „so kalt“.

Der Blick auf den See wären die Sonne untergeht ist einfach genial. Wie lange die Sonne braucht um unter zu gehen. Kein Hindernis versperrt den Blick.

Heute Dienstag wollen wir ein paar neue flach laufende Wobbler kaufen. Doch wir haben nicht bedacht, dass hier in Schweden auch am 1. Mai die Geschäfte geschlossen haben. Nur der große Lebensmittelladen hat auf. Das nutzt uns nur gar nichts. So bleibt uns nichts übrig als wieder mit den alten Köder auf den See zu gehen. Wir fahren alle flachen Bereiche ab. Plötzlich habe ich einen Biss. Ich werfe meinen ältesten Wobbler direkt in flache Wasser vor das Schilf (links im Hintergrund). Der Biss kommt sofort beim Eintauchen. Mit einem Schwall stürzt sich der Hecht auf den Köder. Mit 60cm schon akzeptabel. Dieser Hecht wird zum Essen mit genommen.

Wir schöpfen neuen Mut und werfen viele flache Stellen auf dem See ab und schleppen auch eine Weile. Doch es bleibt der einzige Hecht des Tages. Selbst der Versuch mit Köderfisch und Pose bringt nichts. Doch die Konkurrenz hat heute wieder zwei Hechte. Es steht 2:5. Es sieht übel aus.
Während wir uns den „Arsch aufreissen“ und hart am Hecht arbeiten, können die Frauen die freie Zeit genießen, saunieren und relaxen.

Mittwoch ist es endlich soweit. Wir fahren nach Gislaved in den Angelladen und kaufen ein paar neue Wobbler. Mit neuem Schwung geht es anschließend aufs Wasser. Tatsächlich haben wir jetzt beim schleppen weniger Hänger, aber leider nicht mehr Bisse. Ich fische mit dem neuen Jerk Bait das Ufer ab und plötzlich hat ein Hecht gebissen. Ca. 5 m vom Ufer weg. Wieder um die 60 cm.

Wir sind vor dem anderen Boot zurück. Als unser Vater und Heiner zurück kommen kann man im Kecher einen größeren Hecht erkennen. Neben einem kleinen Hecht vom Vater, wurde von Heiner ein 81cm Hecht mit ca. 3,3 kg gefangen. Das ist schon ein ordentlicher Brocken. Interessanterweise wurde der Hecht auf totem Köderfisch mit Pose gefangen. Daher beschließen wir morgen ganz intensiv mit Pose zu fischen. Wir bleiben aber mit 3:7 weit zurück.

Marina ist begeistert, dass selbst der Blick aus dem Küchenfenster toll ist. Da macht sogar die Küchenarbeit Spass und es wird eng in der Küche….??

Heute abend gibt es bei Petra und Peter den Hecht zu essen. Marina und ich probieren mal, halten uns aber doch an die Würstchen.
Danach geht es zusammen mit Petra und Marina zusammen noch mal auf den See. Die Mädel sollen mal sehen was wir so den ganzen Tag machen. Marina hat ihre ersten Angelversuche gestartet.

Petra und Peter angelten in der Spitze. Bei der Rückfahrt zur Hütte ist der Blick auf das Haus einfach grandios.

Die Eltern hatten ihre Hütte weiter oben im Wald. Man sieht die Hütte zwischen den Bäumen. Aber auch von dort oben hat man keinen schlechten Blick auf den See. Dafür kostet diese Hütte aber auch 100 Euro weniger.

Donnerstag. Für heute haben wir uns eine spezielle Stelle zum Posenfischen ausgesucht. Wir legen uns vors Schilf. Ich mache einen toten alten Köderfisch von vor zwei Tagen auf den Drilling und werfe die Pose aus. Es ist etwas frischer Wind. Ich bin etwas unzufrieden mit unserem Ankerplatz. Die Pose treibt vor Schilf ins flache Wasser. Doch plötzlich ist die Pose weg. Kurze Zeit später ist sie wieder oben. Ich bin mir nicht sicher: Biss oder Hänger? Ich schlage vorsichtshalber mal an und merke schon dass es etwas größeres ist. Als der Hecht das erste Mal zu sehen ist stockt mir der Atem. Er ist riesig. Ich sehe den Haken ganz vorne und drille sehr vorsichtig. Hechte sind keine ausdauernden Kämpfer. Es dauert ca. 10 Minuten. Dann steht der Hecht ganz ruhig vor dem Boot und Peter kann ihn mit dem Kescher abschöpfen. Mit 1,23 m ist das mein bisher größter Hecht. Da er sehr schlank ist scheint er schon abgelaicht zu haben.

Der Fisch ist einfach der Hammer. Wir nehmen ihn vorsichtig zum wiegen mit. Bei der Ankunft zeigt Marina schon wie riesig der Hecht ist. Für ein größeres Bild auf das linke Bild klicken.

Die Waage bringt 10,5 kg. Relativ leicht für die Größe. Aber egal. Jetzt geht der Fisch zurück ins Wasser. Nach einer kurzen Pause schwimmt er zurück ins tiefe Wasser. In Deutschland hätte ich ihn töten müssen um legal zu handeln. Für ein größeres Bild auf das linke Bild klicken.
Am Abend fahren wir noch mal in eine andere Bucht. Wieder habe ich auf Köderfisch einen Biss. Auch hier läßt der Drill auf einen größeren Fisch schliessen. Doch plötzlich gibt es einen Hänger und der Hecht ist weg. Man kann nicht immer Glück haben.

Der Freitag bringt trotz Bemühungen keinen Hecht mehr. Ich habe zwar noch einen Biss, doch nach kurzer Zeit taucht der Schwimmer an einer anderen Stelle wieder auf. Daher brechen wir den Angeltag ab. Heute Abend gehen wir noch nach Gislaved essen. Die Preise sind nicht viel höher wie in Deutschland. Beim Alkohol sind die Preise 2-3 mal so hoch. Alles noch im Rahmen.
Samstag morgen um 7:45 geht es dann wieder Richtung Heimat. Rund 950 km plus Fähre liegen vor uns. Unsere Eltern sind schon kurz nach sieben gefahren. Sie wollen über die Fähre Helsingborg-Helsingör fahren. Wir nehmen wieder die Brücke. Das sind rund 40 km mehr Autobahn, aber dafür ohne Fähre.

Die Fahrt läuft gut. Alles ist frei. Die Öresundbrücke wirkt gar nicht so gewaltig und lang. Danach geht es in den 5 km langen Tunnel. Hier fahren die Frachter über uns hinweg.

Nach dem Passieren der Brücke zwischen Seeland und Lolland sind wir um 12:00 in Rödby an der Fähre. Hier haben wir unglaubliches Glück. Wir werden als letztes Auto aus unserer Reihe noch in das Schiff gewunken. Direkt hinter uns schließt sich das Tor.

Wir stehen auf dem LKW-Deck. Nach dem Verlassen des Hafens begegnet uns schon die nächste Fähre. Es müssen immer mindestens vier Fähren gleichzeitig unterwegs sein, damit alle 40 min eine Fähre auslaufen kann.

Nach dem Passieren der Fehmarnsundbrücke beschliessen wir in Heiligenhafen noch ein Fischbrötchen zu essen. Auf dem Rückweg zum Auto kommen uns hier unsere Eltern entgegen. Wir haben über die Brücke Zeit gut gemacht und die Fähre so eben noch bekommen. Die Eltern haben erst die Nächste bekommen. Das hat uns fast 1,5 Stunden gebracht. Daher meine Empfehlung für die Öresundbrücke, trotz mehr Kilometer.

Für uns war das eine tolle Woche. Natürlich war das Wetter auch genial. Eine Woche lang Sonne. Es war nicht so warm wie in Deutschland, aber in der Sonne angenehm. Man darf nur nicht im Wind liegen. Anglerisch war es durchwachsen. Von der Menge her haben wir 4:8 verloren und ich kann nicht zufrieden sein, aber der große Fisch hat es letztendlich doch noch zum erfolgreichen Angelurlaub gemacht. Ich habe wieder viel gelernt und würde auch vieles beim Angeln anders machen. Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass man eine ganze Weile braucht um ein Gewässer kennen zu lernen. Eine Woche reicht hier nicht aus.