Vertikalangeln mit Bertus Rozemeijer am 20.10.2007

Monatelang war der Termin mit Bertus Rozemeijer verabredet. Er hat das Vertikalangeln mit erfunden und ist einer der bekanntesten Angler Hollands. Meine größte Befürchtung war schlechtes Wetter. Regen wäre kein Problem gewesen, aber wenn der Termin wegen zuviel Wind hätte abgesagt werden müssen, das wäre sehr schade gewesen. Denn für einen anderen Termin war es zu spät im Jahr. Aber der Wettergott war uns gnädig. Schon während der Woche war abzusehen, dass wir am Samstag angeln können.

Mein Angelkumpel Thomas und ich waren mit Bertus um 8:30 am Slip verabredet. So sind wir morgens zeitig aufgebrochen. Nach unserm Zeitplan wären wir deutlich früher dort gewesen, doch die Einfahrt zur Straße, die zum Slip führt, war einfach nicht zu finden. Mit leichter Verzweiflung suchten wir die Straße. Dann endlich haben wir sie doch noch gefunden. Bertus war schon da und hatte sein Boot schon im Wasser. Kurz unsere Klamotten eingeladen und schon gings es mit 50 PS in Richtung Angelplatz. Angelgräte und Köder mussten wir nicht mit bringen. Bertus hatte alles an Bord. Thomas hat aber doch lieber mit seiner eigenen Rute geangelt, während ich die Geräte von Bertus genutzt habe.

Die Ruten fürs Vertikalangeln sind sehr kurz und leicht. Die Aktion ist recht steif. Dazu eine kleine Rolle mit dünner geflochtener Schnur. Als Köder verwenden wir Shads, die ich für normale GuFi angeln nicht verwenden würde. Einen fängigen Eindruck machen die nicht. Doch es funktioniert. Nach kurzer Zeit gibt es den ersten Biss. Besonders groß sind die Zander allerdings nicht.

Bei Thomas läuft es am Anfang etwas besser. Seine Rute biegt sich doch etwas stärker. Das ist dann schon ein etwas besseres Modell.

Ich habe mich dann nach vorne gesetzt, da mein Tennisarm mir doch einige Probleme bereitet. So sitze ich etwas höher und kann die Rute etwas besser halten.
Bertus läßt das Boot mit Hilfe des E-Motors langsam rückwärts fahren, so dass wir den Grund nach Zandern absuchen. Es ist hier ca. 12m-14m tief.
Beim Vertikalangeln läßt man den Köder bis auf den Grund runter. Wenn man den Grund spürt, hebt man den Köder leicht an und läßt den Shad, für ein paar Sekunden, kurz über dem Gund schweben. Dann läßt man den Köder wieder langsam auf den Grund absicken und fängt von vorne an. Wenn ein Zander beißt, dann fühlt sich das so an als würde man mit dem Blei auf einen Stein stoßen. Wie ein leichtes Tack. Dann muss man sofort anschlagen. Wenn man das verpasst ist der Zander weg. So fangen wir über den Tag immer wieder Zander, auch wenn die Größe zu wünschen übrig läßt.

Immer wieder wird das Echlot überprüft. Bertus hat hier ein Kombigerät mit Kartenplotter, das per GPS auch unsere Position anzeigt. So fahren wir verschiedene Stellen an.

Das Wetter war heute einfach klasse. Viel Sonne und praktisch kein Wind. Dadurch war es auch nicht so kalt.
So macht das Angeln Spaß. Es gibt leider eine Masse von Fehlbissen. Vielleicht bin ich auch mit meinem Arm nicht schnell genug, denn auch Bertus hat eine Menge Fehlbisse. Aber trotzdem fängt er deutlich mehr. Meine Zander bleiben einfach klein. Da hat Thomas schon mehr Glück.

Thomas freut sich über seinen nächsten Zander. Doch auch Bertus hat bereits wieder einen dran. Wenn man auf eine Zanderschule trifft, dann gibt es auch mehrere Bisse. Aber hier zeigt sich die Erfahrung unseres Meisters. Wenn wir einen fangen, dann hat Bertus bereits zwei gefangen.

Ich sitze zwei Meter von Bertus entfernt. Die Angeln sind genau so weit auseinander. Ich versuche alles gleich zu machen. Doch komischerweise beisst der Zander meist bei Bertus. Der Meister bleibt halt der Meister. Wir müssen noch viel lernen. Aber kurz von Ende fange ich dann auch noch einen etwas besseren Zander. Für das erste Mal Vertikalangeln überhaupt bin ich trotzdem zufrieden.

Dann ist ein schöner Angeltag zu Ende. Wir haben eine neue Angeltechnik ausprobiert und es hat Spass gemacht. Auch das Wetter war super. Fische haben wir auch gefangen. Thomas und ich haben jeweils 8 Zander gefangen. Bertus aber hat mindestens 20 Zander gefangen. Da zeigt sich halt doch wer der wahre Meister ist. Sicher werde ich im nächsten Jahr noch öfters zum Vertikalangeln gehen.
Wir ziehen das Boot aus dem Wasser. Ein letztes Foto und dann ist Bertus auch schon auf dem Heimweg, denn er hat noch einige Kilometer zu fahren.
Jeder der noch wenig Erfahrung mit einer Angelart hat, sollte sich mal einen Angeltag mit einem Experten verbringen. Da kann man doch einiges abschauen und die eigene Lernkurve dadurch deutlich verkürzen.